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Umgebungen. Fotografien aus dem Berliner Zeughaus

Ein wohl genutzte Chance – unser jüngstes Förderprojekt

Das Zeughaus – vermissen Sie es auch? Oder vielmehr eine Ausstellung zur deutschen Geschichte, die sich zwischen den preußisch-rosafarbenen Mauern aufspannt? Wir müssen uns noch gedulden.

Das Team des Deutschen Historischen Museums (DHM) hatte ein tolle Idee, die Lücke, welche die alte Dauerausstellung hinterlassen hat, zu nutzen. Wir haben diese Idee gerne unterstützt und möchte Ihnen jetzt das jüngste Förderprojekt des Museumsvereins vorstellen:

Laura J. Padgett: Umgebungen – Fotografien aus dem Berliner Zeughaus

Mein Blick fällt zuerst auf den hellen Streifen der Platten des Gehweges, der sich leicht schräg nach links, vorbei an der Neuen Wache und der Humboldt Universität, in den Mittelgrund zieht. Am tiefen Horizont ist gerade noch das Brandenburger Tor zu erkennen. Schneller lässt sich ein Kran entdecken, der am Ende der Straße emporragt. Menschen laufen alleine oder zu zweit auf und neben dem hellen Streifen, werfen Schatten nach rechts. Jetzt bleibt mein Blick an einem zweiten hellen Streifen hängen, der sich schräg nach rechts in den Mittelgrund zieht. Unter den Linden spiegelt sich in einer Fensterscheibe.

Es ist ein mir bisher verwehrter Blickwinkel. Aufgenommen von der Fotografin Laura J. Padgett aus einem geöffneten Fenster im Obergeschoss des Zeughauses. Das „Zeughaus ohne Zeug“, wie Annett Gröschner im zugehörigen Essay titelt, macht diesen Blick erst möglich. Die Fenster im Zeughaus sind nicht von Ausstellungsarchitektur verdeckt. Licht strömt hinein, wo sonst jeder Lichtstrahl vermieden wird, um die kostbaren Objekte zu schützen. Fenster und Türen dürfen geöffnet werden. So kenne ich das Zeughaus nicht.

Das erste Foto der Bildreihe hat mich gleich in den Bann geschlagen. Es macht den besonderen Platz, den das Zeughaus in seiner Umgebung einnimmt deutlich. Ich könnte mich, wie drückt es Annett Gröschner aus, „wie auf einer Kommandobrücke oder in einer Verkehrsleitstelle“ wähnen, während mein Blick der langen Bauflucht des Boulevards folgt. Das Zeughaus „steht im Weg, aber es war vor allen anderen da.“

Fotoprojekt-Padgett-Zeughaus-ohne-Zeug-Essay-Groeschner

Sieben Fotografien sind im Zeughaus entstanden. Sie präsentieren beeindruckende Blicke in die Umgebung. Eines schaut aus dem Obergeschoss auf die Friedrichswerdersche Kirche, während die Fensterscheibe verschwommen die Kuppel des Humboldt Forums spiegelt. In einem andern schweifen die Augen über einen geschundenen Boden und finden hinter großen Fenstern und geöffneten Türen auf einen Hain. Es wirkt, als könnte die Betrachterin in einen Park treten. Dann schärft sich der Blick und der Turm des Roten Rathauses tritt in Erscheinung: Ich sehe die Bäume am Lustgarten, gerade im zarten Grün gekleidet.

Sind Sie bereit für Ihre eigenen Entdeckungen?

Die Fotografien von Laura J. Padgett finden Sie gemeinsam mit dem Essay „Zeughaus ohne Zeug“ der Journalistin und Autorin Annett Gröschner in der aktuellen sechsten Ausgabe des Magazins des Deutschen Historischen Museums „Historische Urteilskraft“.

Das Magazin erhalten Sie im DHM und auch im DHM-Shop zum Preis von 12 €.

Zu einem späteren Zeitpunkt werden wir die Fotografien auch auf unserer Internetseite zeigen.

Lassen Sie mich wissen, was Sie entdecken.

Text: Maríon Bayer
Fotografien: Laura J. Padgett, „Umgebunggen – Fotografien aus dem Berliner Zeughaus“
Zitate: Annett Gröschner, Zeughaus ohne Zeug, in: Historische Urteilskraft, Magazin des Deutschen Historischen Museums, 6. Jahrgang, Berlin 2024, S. 70