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20 JAHRE MUSEUMSVEREIN

Der Wert der Erinnerung –
20 Jahre Museumsverein des DHM

„Erinnern tut gut.“

Unter diesen Leitgedanken stellte Marianne Birthler ihre Festrede, die sie am 15. Februar 2024 anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Museumsvereins des Deutschen Historischen Museums (DHM) vor einem aufmerksam lauschenden Publikum hielt. Die Bürgerrechtlerin und ehemalige Beauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR gehört zu den ersten Mitgliedern des Museumsvereins und engagierte sich viele Jahre im Vorstand.

Nachdrücklich rief Marianne Birthler dazu auf, uns an die europäischen Widerstands- und Freiheitsgeschichte des 20. Jahrhunderts zu erinnern. In ihr „spiegeln sich die

Sehnsucht der Menschen nach Freiheit ebenso wie der Mut und die Beharrlichkeit, mit der sie darum gekämpft haben. Wenn Europa in dieser Geschichte sein wertvollstes Erbe sähe, dem gegenüber wir auch künftig verpflichtet sind, müssten wir uns um die freiheitliche Grundausstattung Europas etwas weniger Sorgen machen.

Immerhin haben die bedrohlichen Entwicklungen der letzten Zeit und der Gegenwart auch etwas Gutes: Die scheinbare Selbstverständlichkeit eines Lebens in Freiheit und Demokratie ist in Frage gestellt. Immer mehr Menschen wird bewusst, dass wir etwas Wertvolles zu verteidigen haben: Die wunderbare, aber eben auch verletzliche freiheitliche Verfasstheit nicht nur Deutschlands, sondern auch Europas.

Die Jüngeren unter uns werden wie Millionen anderer junger Europäer als nächste Generation europäischer Demokratinnen und Demokraten viel Verantwortung tragen und eine Menge zu leisten haben. Dabei werden sie auch Rückschläge erleben und Ermutigung und Rückenstärkung brauchen. Ich bin davon überzeugt, dass ihnen die Besinnung auf unsere Geschichte und insbesondere auf die europäischen Freiheitsbewegungen nicht nur des 20. Jahrhunderts helfen kann. Es wird kommende Generationen stark machen, sich in der Tradition derer zu sehen, die sich vor Ihnen für Freiheit und Demokratie eingesetzt haben.“

Das Deutsche Historische Museum leistet einen wichtigen Beitrag, damit sich unsere Gesellschaft an die Geschichte Deutschlands und Europas erinnern und reflektieren kann – ohne dass schwierige Zeiten gnädig vergessen oder gar geleugnet werden. Seit 20 Jahren steht der Museumsverein mit bürgerlichem Engagement an der Seite des DHM. In dieser Zeit haben wir das Museum mit über einer Million Euro finanziell unterstützt und vielfältige Objekte aus unterschiedlichsten Epochen und historischen Zusammenhängen angekauft.

Wir freuen uns auf die nächsten 20 Jahre.

Mit Ihrer Hilfe können wir noch mehr leisten. Werden auch Sie Mitglied im Museumsverein!

ERINNERN TUT GUT

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

der Freundeskreis ergänzt auf wunderbare Weise die Arbeit des DHM, indem sein bürgerschaftliches Engagement das Ansehen des Hauses stärkt und hier und da auch tatkräftig zur Erweiterung der Sammlung beiträgt. Wir haben also allen Grund, mit Freude auf die zurückliegenden 20 Jahre zurückzublicken und insbesondere all jenen zu danken, die mit ihrem besonderen Engagement als Leitung des Freundeskreises, als Hüter der finanziellen Mittel oder als Geschäftsführung tätig sind.

Die Exponate des DHM sind wichtiges Kulturgut. Sie bezeugen die Vergangenheit unseres Landes und wecken durch ihren Wert, ihre Gegenständlichkeit und ihre Aura Interesse und Gefühle der Betrachter. Darin liegt eine großartige Chance – nämlich den allein kognitiven Zugang zu unserer Geschichte zu bereichern – durch Anschauung, Phantasie, Bewunderung oder Abscheu. Hinzu kommen ganz persönliche Assoziationen: Was geht in unserem Inneren vor, wenn wir durch die Ausstellung gehen, was löst der Anblick eines alten Koffers, einer vergilbten, in Sütterlin geschriebenen Briefseite, eines Maschinengewehrs oder eines Ballkleides in mir aus? Oder in Ihnen?

Vor allem aber sind Konzeption und Design einer Ausstellung von Bedeutung. Welche Geschichte soll mit der Ausstellung erzählt oder eben auch nicht erzählt werden? Was wird herausgehoben, was wird weggelassen?

Eine „neutrale“ Ausstellung gibt es also ebenso wenig, wie es objektive Historikerinnen und Historiker, objektive Dokumentationen oder Zeitzeugenberichte gibt. Es lohnt sich also, auf der Suche nach der Vergangenheit das Fragen und Nachfragen nicht zu vergessen – im Wissen darum, dass wir uns der Wahrheit immer nur nähern zu können. Das heißt allerdings nicht, Tatsachen und Ereignisse, die kein Mensch mit Verstand in Zweifel ziehen würde, zu bestreiten oder zu leugnen.

Als ich vor ungefähr zwanzig Jahren einen Urlaub an der Ostsee machte, besuchte ich das kleine Heimatmuseum des Badeorts. Eine liebevoll gepflegte kleine Ausstellung, die die Geschichte des Orts und seiner Einwohner beschrieb und die mich interessierte. Doch an einer Stelle, da, wo es um die NS-Zeit ging, stutzte ich: Hatten denn keine jüdischen Familien hier gelebt? Oder Urlaub gemacht? Gerade hatte ich andernorts gelesen, dass es eine Art von Wettbewerb gab, welcher Ferienort denn als erster „judenfrei“ sei. Die siegreiche Gemeinde tat dies auf einem großen Schild kund.

Als einzige Besucherin an diesem Nachmittag war ich schon zuvor mit der Dame ins Gespräch gekommen, die im Museum die Aufsicht führte. Sie freute sich über mein Interesse und erzählte zu dieser und jener Ausstellungstafel noch kleine Geschichten. Auf meine Frage, warum denn das Schicksal der Juden nicht erwähnt würde, antwortete sie in einem anderen Ton als zuvor und etwas unwillig: Sie wisse darüber eigentlich gar nichts, und außerdem sei an diesem Teil der Ausstellung schon seit vielen Jahren nichts verändert worden. Das bedeutete, dieser befand sich noch im DDR-Zustand. Einmal wachsam geworden, vermisste ich auch wichtige Spuren aus der DDR-Zeit: Immerhin war fast zu Zeiten der DDR die ganze Küste Staatsgrenze, und spätestens nach dem Bau der Mauer waren Paddelboote am Strand verboten, ebenso abendliche Feuer. Und hatte ich nicht in Erinnerung, dass es den Einwohnern untersagt war, privat Zimmer zu vermieten? Die Vergabe von Ostsee-Quartieren lag ganz und gar in der Hand des FDGB. Aber nun ja, mit besonderen Beziehungen oder ein wenig Westgeld ließ sich da schon was machen… Meine diesbezüglichen Fragen hätte ich vielleicht besser unterlassen. Jedenfalls blitzte ich ab, und unser Austausch fand ein frostiges Ende.

Eine Geschichte zum Kopfschütteln. Aber gehen wir mit unserer eigenen, persönlichen Geschichte denn anders um? Klar: Wir lieben unsere Erinnerungen: Bewahren alte Briefe und Kalender auf, fahren zum Klassentreffen und wundern uns, dass wir die Lieder und Gedichte unserer Kindheit noch auswendig können. Wir besuchen die Gräber unserer Angehörigen, feiern Silberne oder Goldene Hochzeit und zeigen unseren Kindern und Enkeln das Dorf oder das Haus, in dem wir groß geworden sind. Und Fotos: Früher erinnerten Fotoalben an Reisen, an verstorbene Vorfahren oder die Zeit, als die Kinder noch klein waren. Heute blendet mein Bildschirmschoner, sobald ich ein paar Minuten tatenlos an meinem Computer sitze. Ohne Pause die alten Fotos ein.

Weitaus schwieriger ist es dagegen, sich dem Leid zuzuwenden, das wir selber erfahren oder anderen zugefügt haben, der eigenen Verantwortung, dem kleinen oder großen Verrat an der Freiheit. Das tut weh und ist mit Scham verbunden.

Unser gegenwärtiges Leben ist verflochten mit der Vergangenheit. Sie kann uns erzählen, wie wir wurden, was wir sind. Und wer nicht gern zurückschaut, wird dafür Gründe haben – aber ärmer ist er oder sie auf jeden Fall.

Nicht anders verhält es sich mit Staat und Gesellschaft: Wir begehen Gedenk- und Jahrestage, erbauen Museen, pflegen die Archive, enthüllen Gedenktafeln, erinnern Weihnachten an die Geburt Christi. Wir benennen Straßen oder Gebäude nach Menschen, die wir nicht vergessen wollen. Vor den Häusern, in denen die von den Nationalsozialisten ermordeten Juden wohnten, erinnern Stolpersteine an die einstigen Bewohner. Und durch ganz Europa zieht sich vom nördlichen Norwegen bis zum Schwarzen Meer der 9000 km lange Iron Curtain Trail, ein Radweg entlang des früheren Eisernen Vorhangs.

Ich wohne in Berlin knapp dreihundert Meter von der Bernauer Straße entfernt. Dort zerschnitt die Mauer ein lebendiges Wohnviertel. Die Grenze verlief exakt entlang der Hauswand auf der östlichen Seite. Deshalb versuchten Menschen unter Lebensgefahr, in den Tagen nach dem Mauerbau aus dem Fenster in den Westen zu gelangen: Sie seilten sich ab oder sprangen in die von West-Berlinern ausgebreiteten Sprungtücher. Manche kamen dabei ums Leben oder wurden schwer verletzt, wie viele andere, die in den Jahren danach versuchten, in den Westen zu gelangen. Dort, wo früher der Todesstreifen verlief, befindet sich heute die kilometerlange Berliner Mauergedenkstätte. Tagtäglich sind dort tausende Besucher unterwegs. Ich fahre oft mit dem Rad vorbei und freue mich über diesen lebendigen Ort, darüber, dass Gruppen Jugendlicher sich die Informationsstelen anschauen und das Fenster der Erinnerung betrachten, das an die Toten erinnert. Und dann sitzen sie im Gras, ruhen sich aus, lachen.

Man könnte einwenden, dass es pietätlos ist, dort zu picknicken und zu lachen, wo Menschen unter Lebensgefahr durch Tunnel in den Westen krochen, oder beim Versuch zu fliehen erschossen oder festgenommen und zu langen Haftstrafen verurteilt wurden.

Ich finde aber, dass das in Ordnung so ist. Für die einen ist es nun mal weit zurückliegende Geschichte. Andere kämpfen auf ihrem Weg durch die Gedenkstätte auch heute noch mit den Tränen – weil sie an der Grenze einen geliebten Menschen verloren haben oder plötzlich wieder spüren, wie es war, hinter der Mauer eingesperrt gewesen zu sein. Oder sich an schmerzhafte Abschiede von Kindern und Freunden erinnern, die hinter dem Grenzübergang verschwanden.

Da, wo die Mauer fast drei Jahrzehnte eine Stadt teilte, mischen sich heute Freude und Schmerz. Die Freude über das Ende der Diktatur und den Fall der Mauer, und dann wieder die Trauer über verlorene Jahre oder das Gedenken an Leid und Verfolgung.

Ich erzähle Ihnen das, weil lebendige Erinnerung immer mit sehr unterschiedlichen Gefühlen einhergeht – vorausgesetzt, wir verschließen unsere Augen nicht vor allem, was uns weh tut oder was wir nicht wahrhaben wollen. Wie im persönlichen Leben ist es auch beim Rückblick auf die Geschichte verlockend, sich auf das Gute und Schöne zu beschränken – auf die gelungene Revolution, den Mauerfall, auf große und kleine Heldengeschichten.

Eine demokratische Kultur des Erinnerns geht aber erstens davon aus, dass unsere Geschichte Teil unseres selbst ist, und dass sie – ganz oder teilweise – zu verleugnen hieße, uns selbst nicht ernst zu nehmen. Und zweitens bemüht sie sich, der Wahrheit so nahezukommen, wie wir es vermögen. Sie blendet die dunklen Seiten unserer Geschichte nicht aus, erlaubt uns aber und ermutigt uns dazu, uns an guten Erinnerungen zu freuen und vielleicht sogar stolz darauf zu sein.

Aber lassen Sie mich nun den Blick weiten und auf Europa schauen:

Bald ist es dreieinhalb Jahrzehnte her, dass 1989 ein neues Kapitel im Buch der europäischen Geschichte aufgeschlagen wurde. Der Sturz der kommunistischen Herrschaft im Ostblock war ein historisches Ereignis. Das Leben von Millionen Menschen in Europa wurde auf den Kopf oder besser: wieder auf die Füße gestellt. Für einen kurzen Moment der Geschichte schien uns, den Europäern, die Welt in Ordnung.

Das scheint lang her. Heute ist Europa, die große Hoffnung der Jahrtausendwende, tagtäglich Gegenstand sorgenvoller bis alarmierender Analysen und Kommentare. Verunsicherung und Ängste beherrschen Teile der öffentlichen Debatte. Fremdenfeindlichkeit, Abgrenzung und Hass sind nicht mehr nur Sache der Stammtische, sondern längst in den bürgerlichen Diskurs eingesickert. Nicht wenige Politiker tragen dazu bei: entweder, indem sie opportunistisch dem dumpfen Grollen folgen, anstatt ihm mit klarer Haltung zu begegnen, oder als Akteure, die mit deutlich antieuropäischen und nationalistischen Tönen, mit der Missachtung von Minderheiten oder der Einschränkung von Pressefreiheit unsere offenen Gesellschaften untergraben. Unsere europäischen Grundwerte Freiheit und Demokratie scheinen in die Defensive zu geraten.

Und das Schlimmste: Es herrscht Krieg. Russland hat sein Nachbarland Ukraine überfallen.

Dieser Krieg ist gegenwärtig wohl das krasseste Beispiel für historische Lügen und den Versuch, Geschichte zu instrumentalisieren. Es geht in ihm nicht um die Grenzen der NATO oder um die Rechte der Menschen in Russland. Diese Rechte werden ja von Jahr zu Jahr stärker unterdrückt. Der Feind Putins ist die Freiheit – nicht nur die des ukrainischen Volkes, sondern auch die der eigenen Bevölkerung und des Westens, insbesondere im ehemaligen Machtbereich Moskaus.

Die europäischen Freiheitsrevolutionen von 1989 werden dort ganz anders gesehen als bei uns: Als der Anfang vom Ende der Sowjetunion und damit als Niederlage, als Demütigung. Stalin wird wieder zum großen Staatsmann, der Traum von der Weltmacht ist keineswegs ausgeträumt.

Die Mächtigen aller Zeiten wussten und wissen genau, welche Wirkungskraft Geschichte hat und wie sie zum eigenen Nutzen verbogen und gefälscht werden kann. Die verbreitete Neigung zum gnädigen Vergessen oder auch das von oben erzwungene große Schweigen ermöglicht überhaupt erst die Manipulation der Vergangenheit. Auf welche Ereignisse in der Vergangenheit sich eine Gesellschaft bezieht, wie sie bewertet werden, mit welchen Begrifflichkeiten eine Epoche in das kollektive Gedächtnis eingeht – all das ist unverzichtbarer Bestandteil von Machtpolitik in autoritären Systemen.

Eine demokratische Erinnerungskultur erfordert es demzufolge auch, Manipulation und Missbrauch von Geschichte sichtbar und durchschaubar zu machen.

Doch es gibt zum Glück noch eine andere Tradition – die des Eigensinns und des Widerstands. Wie die Zeit des Nationalsozialismus war auch die Zeit kommunistischer Herrschaft und Fremdherrschaft in Europa nicht nur von Unterdrückung, Gewalt und Untertanengeist gekennzeichnet, sondern auch vom Widerstand und von der Sehnsucht nach Freiheit und Selbstbestimmung. Immer wieder standen Menschen gegen Diktaturen auf – und immer wieder wurde ihr Protest blutig niedergeschlagen: Nicht nur 1956 in Ungarn, 1953 in der DDR und 1968 in der Tschechoslowakei. Viele dieser Aufstände finden sich in keinem Geschichtsbuch. Und das, obwohl die antikommunistischen Freiheitsbewegungen zum Besten gehören, was die europäische Freiheitsgeschichte des 20. Jahrhunderts aufzubieten hat.

Vergleichbares lässt sich über den Widerstand in den Diktaturen Spaniens, Portugals oder Griechenlands sagen. Der Widerstand gegen Diktaturen steht in der jahrhundertealten europäischen Tradition des Humanismus, der Aufklärung und der Menschenrechte, die in Krakau und Prag ebenso lebendig und wirksam war wie in Wien oder Amsterdam. Die heute oft als westlich apostrophierten Werte haben in einer historischen Perspektive gesamteuropäische Wurzeln.

Ich sage es noch einmal: Die Vergangenheit zu verleugnen, heißt auch immer, sich selbst zu verleugnen. Echtes Selbst-Bewusstsein schließt immer auch die Wahrhaftigkeit gegenüber der eigenen Geschichte ein. Das gilt für Individuen ebenso wie für Gesellschaften. Selbstbewusst und glaubwürdig für die Freiheit einzutreten und demokratische Tugenden und Verhalten fördern zu wollen, setzt stets voraus, sich auch aufrichtig der eigenen Vergangenheit zu stellen.

Von diesem Gedanken ausgehend ist es nicht weit bis zu der Frage, welchen Beitrag historische Museen in einer freiheitlichen Gesellschaft und für sie leisten könnten und sollten.

Weil ein gemeinsames Wertefundament – Freiheit, Demokratie, Solidarität, Rechtsstaatlichkeit, Gleichheit und Unverletzlichkeit der Würde eines jeden Menschen – für eine humane europäische Zukunft so wichtig ist, können wir es uns nicht leisten, auf die Vergangenheit zu verzichten:

In der europäischen Widerstands- und Freiheitsgeschichte des 20. Jahrhunderts spiegeln sich die Sehnsucht der Menschen nach Freiheit ebenso wie der Mut und die Beharrlichkeit, mit der sie darum gekämpft haben. Wenn Europa in dieser Geschichte sein wertvollstes Erbe sähe, dem gegenüber wir auch künftig verpflichtet sind, müssten wir uns um die freiheitliche Grundausstattung Europas etwas weniger Sorgen machen.

Immerhin haben die bedrohlichen Entwicklungen der letzten Zeit und der Gegenwart auch etwas Gutes: Die scheinbare Selbstverständlichkeit eines Lebens in Freiheit und Demokratie ist in Frage gestellt. Immer mehr Menschen wird bewusst, dass wir etwas Wertvolles zu verteidigen haben: Die wunderbare, aber eben auch verletzliche freiheitliche Verfasstheit nicht nur Deutschlands, sondern auch Europas.

Die Jüngeren unter uns werden wie Millionen anderer junger Europäer als nächste Generation europäischer Demokratinnen und Demokraten viel Verantwortung tragen und eine Menge zu leisten haben. Dabei werden sie auch Rückschläge erleben und Ermutigung und Rückenstärkung brauchen. Ich bin davon überzeugt, dass ihnen die Besinnung auf unsere Geschichte und insbesondere auf die europäischen Freiheitsbewegungen nicht nur des 20. Jahrhunderts helfen kann. Es wird kommende Generationen stark machen, sich in der Tradition derer zu sehen, die sich vor Ihnen für Freiheit und Demokratie eingesetzt haben.

Impressionen des Abends