Berliner Zeughaus mit Fahne des Deutschen Historischen Museums

Internationaler Tag der Demokratie am 15. September 2026

Demokratie ist nicht nur eine Staatsform, sondern eine Kultur des Miteinanders.

Daran erinnert der von der UNESCO ausgerufene Internationale Tag der Demokratie am 15. September. Weltweit wird an diesem Tag die Bedeutung von Freiheit, Menschenrechten, politischer Teilhabe und offenem Austausch hervorgehoben.

IM DHM

Das Deutsche Historische Museum (DHM) beteiligt sich am Tag der Demokratie: Bei freiem Eintritt lädt das Haus zu einer Themenführung in der Ausstellung „Objekte. Geschichte. Geschichten. Blick in die Sammlung“ ein.

Der Rundgang durch den hausgeschichtlichen Bereich der Ausstellung bietet einen Einblick in den Wandel der Sammlungs- und Ausstellungspraxis im Laufe der deutschen Geschichte unter verschiedenen Staatsformen. Er beginnt bei den Rüstungen der kaiserlichen Ruhmeshalle und geht über die letzte von Kaiser Wilhelm II. getragene Felduniform im NS-Heeresmuseum bis hin zur sowjetischen „Fahne von Kriwoi Rog“ im Museum für deutsche Geschichte der DDR.

Durch das berühmte Gemälde von Matthias Koeppel „… und alles wird wieder gut“ wird die Vereinigung Deutschlands ironisch illustriert. Das schließlich vereinigte Museum eröffnet zugleich den Rückblick auf den langen und nicht selbstverständlichen Weg hin zu einem demokratischen, multiperspektivischen Museum.

Diese Sammlungspraxis führt das DHM bis heute beispielhaft im zweiten Teil der Ausstellung fort. Ein Doppelstockbett aus einer Erstaufnahmeeinrichtung für Geflüchtete steht am Ende des Rundgangs. Es gelangte 2016 durch Walter Lübcke in die Sammlung, dessen spätere Ermordung durch Rechtsextremisten zugleich auf das Fortleben antidemokratischen Gedankenguts verweist.

Außerdem haben Sie die Chance die zweite Ausstellung im DHM mit einer kostenfreien Führung zu entdecken:

In dem Rundgang durch alle Ausstellungsräume wird der Naturbegriff anhand ausgewählter Objekte aus 800 Jahren deutscher Geschichte thematisiert: Vom Weltenei über den Wolf bis hin zu bildlichen Darstellungen zerstörter Landschaften des 20. Jahrhunderts. Wie haben die wechselhaften Beziehungen zwischen Gesellschaften und ihren Naturvorstellungen über Jahrhunderte Glaube, Leben und Politik geprägt? Die Visionärin und Benediktinernonne Hildegard von Bingen etwa sah in der Natur eine göttliche Kraft, die „viriditas“. In der Frühen Neuzeit begannen Gesellschaften mit einer extensiven Nutzung der Naturschätze und veränderten die Umwelt nachhaltig. Wie Regierungen, politische oder religiöse Bewegungen Natur definieren, wie sie mit ihr umgehen und welche Vorstellungen sie damit verbinden, unterliegt einem ständigen Wandel. Die Führung bietet vielfältige Einblicke auf Ereignisse und Entwicklungen, in denen der Naturbegriff verändert oder geprägt wurde.

Die Führungen sind kostenfrei. Bitte vor Ort an der Kasse anmelden. 

Führung durch „Objekte. Geschichte. Geschichten. Blick in die Sammlung” mit dem Museumsverein des DHM. Foto: Maríon Bayer/Museumsverein DHM
Foto: Maríon Bayer/Museumsverein DHM

Monat der Demokratie in Berlin

Banner Monat der Demokratie

Der Internationale Tag der Demokratie markiert dabei in Berlin nur einen Höhepunkt: Im gesamten September lädt der Berliner Monat der Demokratie mit Veranstaltungen, Gesprächen und Kulturangeboten zum Mitmachen und Mitdiskutieren ein.

Das gesamte Progamm finden Sie auf demokratietag.berlin. Hier eine kleine Auswahl:

Auf dem Gelände befand sich das zentrale Untersuchungsgefängnis der DDR-Staatssicherheit. Zwischen 1951 und 1989 wurden hier über 11 000 Menschen aus politischen Gründen inhaftiert.

Große Teile des Areals sowie der Gebäude sind erhalten geblieben und vermitteln Ihnen einen authentischen Eindruck von Haftbedingungen und Haftalltag.

Der Rundgang bietet eine Besichtigung der Außenanlagen des ehemaligen Haftortes, der Zellen und der Verhörräume. Er wird von ehemaligen politisch Inhaftierten und Historikerinnen und Historikern geführt.

Dauer der Führung: 120 Minuten

Ihre Teilnahme ist kostenfrei, eine Anmeldung ist erforderlich.

Etwa ein Drittel der Widerständigen gegen das nationalsozialistische Regime waren Frauen. Sie sind wenig bekannt, und die meisten werden bislang nicht öffentlich gewürdigt. Frauen sind im Verhältnis zu Männern in der Erinnerungskultur klar unterrepräsentiert. Stattdessen gibt es in Berlin bis heute problematische und kontrovers diskutierte Straßennamen.

An wen wollen wir erinnern? Was können wir aus dem Widerstand von damals für heute lernen? Und wie können lokale Ereignisse Ausgangspunkte für historisch-politisches Lernen und politisches Engagement werden?

Ziel der Fortbildung ist es, diese Fragen an Beispielen aus Berlin-Lichtenberg in den Blick zu nehmen. Vorgestellt werden Bildungsmaterialien, die Biografien widerständiger Frauen mit Fragen von Erinnerungskultur und Debatten um Straßennamen verbinden.

Die Fortbildung richtet sich an Lehrkräfte und Multiplikator:innen der außerschulischen historisch-politischen Bildung. Die vorgestellten Materialien wurden konzipiert für die Arbeit mit Jugendlichen ab 15 Jahren (Sek II) und mit Erwachsenen. Ein Grundwissen über den Nationalsozialismus sollte bei den Lernenden vorhanden sein.

Eine Veranstaltung des Runden Tisches für politische Bildung Lichtenberg in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Berlin.

Anmeldung hier auf der Seite der LpB Berlin.

Das „Nachbarschaftsforum: Wahlen und Demokratie“ richtet sich an alle Bewohner*innen Hakenfeldes und findet am Montag, den 7. September, im Vorfeld der Berliner Wahlen am 20. September 2026 auf der Fläche vor dem BENN-Büro statt. Ziel der Veranstaltung ist es, mit Nachbar*innen über Demokratie, Wahlen und gesellschaftliche Teilhabe ins Gespräch zu kommen, zur Wahlbeteiligung zu motivieren.

Hakenfelde Vor-Ort Büro Hugo-Cassirer-Str. 43, Vor Ort Büro BENN, Berlin, Germany

Woran glauben Muslim*innen eigentlich? Was hat der Islam mit dem Christentum und dem Judentum gemeinsam? Wie passt der Koran zum Grundgesetz? Und warum tragen manche Muslim*innen ein Kopftuch?

Dieser interaktive Moscheeführung lädt Interessierte zu einer lebendigen Auseinandersetzung mit muslimischem Leben in Deutschland ein. Neben der Vermittlung von Wissen helfen wir bei der Einordnung und dabei, unterschiedliche Perspektiven zu verstehen. Die  Fragen der Gruppe bestimmen den Verlauf der Führung maßgeblich. Gemeinsam finden wir eine Antwort auf jedes Fragezeichen! Wer möchte, kann nach der Führung zum Abendgebet bleiben.

Am Sonntag, den 13. September 2026, verwandelt sich der Platz vor der Amerika-Gedenkbibliothek in Kreuzberg von 12 bis 17 Uhr wieder in ein buntes Mitmachfest zum Berliner Demokratietag.

Über 50 Berliner Vereine, Initiativen, NGOs und Unternehmen laden an kreativen Ständen ein, Demokratie spielerisch zu erleben und ins Gespräch zu kommen.

Visual Monat der Demokratie: Stiftung Zukunft Berlin
Oben: Blick auf das Zeughaus. Foto: Maríon Bayer/Museumsverein DHM