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„Schlagende Wetter“ im Zeughauskino in Berlin

Nach der Sommerpause startet das Zeughauskino am Freitag, dem 23. August 2024, mit einer neuen Filmreihe. Sie knüpft an die Reihe Glück auf! Bergbau im deutschen Film an, die das Zeughauskino 2023 präsentierte. Die von Patrick Holzapfel kuratierte Retrospektive Schlagende Wetter. Bergbau im internationalen Film widmet sich der Geschichte und Gegenwart des Bergbaus weltweit.

Zu sehen sind Filme aus unterschiedlichen Kulturen, die sozial-politische Brandherde fokussieren und etwa zu Bergwerken in China, Jugoslawien, Großbritannien, Belgien, den USA und Bolivien führen. Dabei offenbaren sich über verschiedene politische Systeme hinweg, egal ob im Sozialismus, Kapitalismus oder in bis heute wirkenden kolonialistischen Strukturen, mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede. Die Filme zeigen den Bergbau als industriellen Massenmord und finden in den Arbeiter*innen lebende Monumente menschlicher Widerstandsfähigkeit. Ihre Protagonist*innen sind die, die sonst keine Stimme haben: sich betrinkende Arbeitslose in Walang alaala ang mag paru-paro (Butterflies Have No Memories) von Lav Diaz, entfremdete „Gastarbeiter*innen“ in Déjà s’envole la fleur maigre von Paul Meyer, politisch instrumentalisierte Arbeiterheld*innen in Slike iz života udarnika (Life of a Shock Force Worker) von Bahrudin Čengić und sich wehrende Bergarbeiterfrauen in Salt of the Earth von Herbert J. Biberman.

In Totalen wird greifbar, wie Landschaften zerstört werden, in Nahaufnahmen sieht man die Narben auf Körpern und in der Seele der Arbeiter*innen. Es sind düstere Filme, die versuchen, die Finsternis der Stollen und die Schwärze des Rußes greifbar zu machen. Was bedeutet es, unter Tage zu malochen? Wie wehren sich Menschen gegen Unterdrückung? Gleichzeitig zeigt sich, wie sich aus der Bergarbeit gemeinschaftliche kulturelle Praxen formen und was es bedeutet, wenn diese den Menschen weggenommen werden.

Die Retrospektive Schlagende Wetter. Bergbau im internationalen Film (23. August – 13. September 2024) wird vom Hauptstadtkulturfonds gefördert.

Das weitere Programm bis Dezember finden Sie auf der Internetseite des Zeughauskinos und im aktuellen Programmheft des Zeughauskinos. Mitgliedern haben wir das Programmheft per Post geschickt.

Foto: Déjà s’envole la fleur maigre (BE 1960, Paul Meyer) © Cinematek

Mitglieder können ihre Freikarte(n) zu den Öffnungszeiten der Kinokasse, freitags bis dienstags jeweils eine Stunde vor Vorführbeginn und während der Vorführung, unter der Telefonnummer +49 30 20304 770 reservieren. Am besten rufen Sie an, wenn die Vorführung läuft. Für eine Reservierung per E-Mail schreiben Sie bitte an zeughauskino@dhm.de.

Die reservierten Karten müssen spätestens zehn Minuten vor Beginn der Veranstaltung an der Kinokasse abgeholt werden.

Bitte stornieren Sie Ihre Reservierungen, falls Sie verhindert sein sollten.