Kulturempfehlungen zum Internationalen Frauentag
1911 wurde in den USA, Dänemark, Deutschland, Österreich-Ungarn, Bulgarien, der Schweiz erstmals der Internationale Frauentag begangen – damals noch an unterschiedlichen Daten. Über eine Million Frauen demonstrierten damit in Europa und den USA für ihre Rechte, insbesondere das aktive und passive Wahlrecht. Im Jahr darauf schlossen sich Frauen in Frankreich, Schweden und den Niederlanden, 1913 auch Frauen in Russland an. 1921 legten kommunistische Frauen den Internationalen Frauentag auf den 8. März fest. Mehr zur Geschichte des Internationalen Frauentages können Sie auf LeMO nachlesen.
Das Deutsche Historische Museum (DHM) und viele anderen Berliner Museen bieten rund um den 8. März Themenführung an. Wir haben die Tipps!
Die Angebote des DHM
Themenführung „Zwischen Norm und Freiheit: Geschlechter im Wandel“ in der Ausstellung „Was ist Aufklärung? Fragen an das 18. Jahrhundert“
Was bedeutet es, Mann oder Frau zu sein? Welche Erwartungen werden Menschen auferlegt und welche Rollen aufgrund ihres Geschlechts zugeschrieben? Diese Fragen beschäftigen uns heute, waren aber auch schon in der Zeit der Aufklärung von Bedeutung. Anhand von Frauenfiguren wie Dorothea von Rodde-Schlözer oder Émilie du Châtelet werden die Wege von Frauen in die Wissenschaft aufgezeigt. Frauen wie Henriette Herz, die in ihrem Salon agierte, spielten als kulturelle und intellektuelle Vermittlerinnen eine zentrale Rolle für die gesellschaftliche Entwicklung im 18. Jahrhundert. Phillis Wheatley, die als versklavte Frau zur Dichterin wurde, oder Mary Wollstonecraft, die sich gegen die Zivilehe engagierte, sind Beispiele für Frauen, die sich Freiheiten erkämpften. Auch die spannende Lebensgeschichte von Catharina Margaretha Linck, die unter dem Namen Anastasius Lagrantinus Rosenstengel bekannt wurde, erlaubt einen Einblick in die Queere Geschichte. Im 18. Jahrhundert begannen Wissenschaftler, den Körper neu zu erforschen, und es entstand die Idee, dass es natürliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen gebe. Diese vermeintlichen Unterschiede wurden politisch und sozial hierarchisch definiert. Die Führung erzählt anhand zahlreicher Objekte die Geschichte der Geschlechtermodelle im 18. Jahrhundert. (Text: dhm.de)
Samstag, 8. März 2025 – jeweils um
11:00 Uhr
13:00 Uhr
14:00 Uhr
16:00 Uhr (Englisch)
Um 12:00 Uhr findet eine allgemeine Führung durch die Ausstellung mit Übersetzung in die Deutsche Gebärdensprache (DGS) statt.
Themenführung „Spot an! Feministische Perspektiven auf die Ausstellung ‚Roads not Taken’” in der Ausstellung „Roads not taken. Oder: Es hätte auch anders kommen können.“
Welche Rolle spielten Frauen- und Lesbengruppen im Herbst 1989? Wie reagierte Marie Jalowicz Simon, eine deutsche Jüdin, auf das Attentat des 20. Juli 1944? Wofür kämpften Frauen in der Märzrevolution von 1848/49? Die Themenführung betrachtet ausgewählte Ereignisse der deutschen Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts in der Ausstellung Roads not Taken. Oder: es hätte auch anders kommen können sowohl aus feministischer als auch aus geschlechterhistorischer Perspektive. Dabei wird die Frage gestellt: Hätte es auch anders kommen können? (Text: dhm.de)
Samstag, 8. März 2025 – jeweils um
12:00 Uhr
12:30 Uhr
14:30 Uhr
15:00 Uhr
16:00 Uhr
16:30 Uhr
Ein Hinweis: Der Eintritt ist im Rahmen des Thementages am 8. März frei. Die Führungen sind kostenfrei, es werden keine Anmeldungen entgegengenommen. Wir erwarten eine hohe Besucherzahl.
Andere Angebote zum Internationalen Frauentag in Berlin
Eine Auswahl in alphabetischer Reihenfolge – ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Falls Sie noch ein Angebot kennen, das nicht aufgeführt ist, schicken Sie uns gerne eine Mail. Alle Empfehlungen ohne Gewähr.
Alte Nationalgalerie
Führung „Und doch muss ich weiter – Künstlerinnen in der Alten Nationalgalerie“
Von Anna Dorothea Therbusch über Paula Modersohn-Becker bis hin zu Camille Claudel – die Sammlung der Alten Nationalgalerie zeigt Werke zahlreicher Pionierinnen ihrer Zeit. Wie konnten diese Künstlerinnen, von denen die meisten keine akademische Ausbildung hatten, ihre eigenen Strategien entwickeln, um sich sowohl in der Gesellschaft als auch in der Kunstwelt durchzusetzen? Wie gelangten ihre Werke in die Sammlung und welche Resonanz haben diese Werke für uns heute noch? Freuen Sie sich auf einen spannenden Rundgang durch die Alte Nationalgalerie. (Text: smb.museum)
Samstag, 8. März 2025
10:30 Uhr
11:45 Uhr
13:30 Uhr
15:30 Uhr
Teilnahmegebühr: 6 Euro zzgl. Eintritt
Begrenzte Teilnehmer*innenzahl. Online-Buchung erforderlich.
Alte Nationalgalerie
Bodestraße
10178 Berlin
Altes Museum
Führung „Neu gesehen: Frauen der Antike“ in der Sonderausstellung „Göttinnen und Gattinnen. Frauen im antiken Mythos“
Medusa, Kirke, Medea und die Amazonen – im Alten Museum treffen Sie auf starke Frauen aus antiken Erzählungen. Die Ausstellung „Göttinnen und Gattinnen. Frauen im antiken Mythos“ versammelt hochwertige Skulpturen, Vasen mit eindrücklichen Darstellungen und kleinere antike Objekte, anhand derer traditionelle Rollenbilder hinterfragt und neu ausgelotet werden. (Text: smb.museum)
Samstag, 8. März 2025
11:00 Uhr
15:00 Uhr
Teilnahmegebühr inkl. Eintritt: 15 Euro
Teilnahmegebühr mit gültigem Eintrittsticket (Jahreskarte, Förderverein, ICOM etc.), Anspruch auf Ermäßigung oder freien Eintritt: 10 Euro
Begrenzte Teilnehmer*innenzahl. Online-Anmeldung empfohlen.
Altes Museum
Am Lustgarten
10178 Berlin
Akademie der Künste – Pariser Platz

Lesung und Musik „im rock des körpers und froh. Lyrisch-musikalisches Vorspiel zum Weltfrauentag“
Am Vorabend des Weltfrauentags, der am 8. März begangen wird, nähern sich fünf Dichterinnen und eine Musikerin mit Gedichten, kurzen Prosastücken und musikalischen Klängen dem heutigen Frausein und dem weiblichen Körper aus vielfacher Perspektive: von Weiblichkeiten über Emanzipation und Feminismus, Mutterschaft und (Fehl-)Geburt bis zu Erotik, Liebe und Begehren.
Zwischen die zarten, humorvollen, kämpferischen, nachdenklichen oder auch grellen Töne schiebt sich immer wieder das tiefe Blech einer Tuba. Es darf laut werden! (Text: adk.de)
mit: Ulrike Draesner, Kerstin Hensel, Dagmara Kraus, Kerstin Preiwus & Lara Rüter
Musik: Janni Struzyk
Eintritt: 7,50/5 €
Akademie der Künste – Pariser Platz
Pariser Platz 4
10117 Berlin
Berlin Global – im Humboldt Forum

Sa | 08.03. | 11 – 17 Uhr
WELTSTUDIO spezial: Verbinden und Begegnen – Internationaler Frauen*tag bei BERLIN GLOBAL
Am Internationalen Frauen*tag wird das WELTSTUDIO in BERLIN GLOBAL zum Ort für inspirierende Geschichten, kreative Ideen und echte Begegnungen. Ob groß oder klein, jung oder alt: Alle sind eingeladen, sich auszutauschen und zu vernetzen, um zu zeigen, wie Frauen* und Mädchen* die Welt prägen.
Programm:
WELTSTUDIO | 11–17 Uhr
Gestalte mit uns eine riesige Karte Berlins und mache Orte, Wege und Geschichten von Frauen* und Mädchen* sichtbar. Zeichne, bastle und markiere, was dir wichtig ist – Vermittler*innen unterstützen dich in mehreren Sprachen. Designe außerdem deinen eigenen Button mit einem Statement oder feiere inspirierende Frauen* und Mädchen* mit einer selbstgemachten Postkarte aus der Druckwerkstatt. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.
Medienstudios | 11–17 Uhr
Deine Botschaft zählt!
Was willst du der Welt sagen? Die professionellen Medienstudios in BERLIN GLOBAL sind bereit: Ob jung oder alt – deine Stimme wird gehört! Heute nehmen alle, die Lust haben, ihre ganz persönliche Botschaft zum Internationalen Frauen*tag auf. Erfahrene Vermittler*innen unterstützen bei der Aufnahme. Die Beiträge werden später zu einem großen Mosaik zusammengeschnitten und auf unserer Website veröffentlicht.
Treffpunkt: Raum Mode
Workshop: Starte Deinen eigenen Podcast! | 12–12:30 Uhr, 13–13:30 Uhr, 13:30–14 Uhr
Die Journalistin und Vermittlerin Ulrike Werner zeigt die Basics: Vom packenden Storytelling über Technik bis zur Aufnahme. Im Medienstudio bei BERLIN GLOBAL probieren sich die Teilnehmenden direkt aus. Nach dem Workshop kann zuhause weitergemacht werden.
Anmeldung und Treffpunkt: 15 Minuten vor Beginn, WELTSTUDIO, Kugelkartograph (begrenzte Plätze)
Empfehlung: Ab 10 Jahren
Personenkreis: für FLINTA* (FLINTA* steht für Frauen, Lesben, inter, nicht-binäre, trans und agender Personen)
Weitere Informationen: https://www.stadtmuseum.de/veranstaltungen/weltstudio-spezial-verbinden-und-begegnen
WELTSTUDIO – Ausprobieren und mitmachen
Das WELTSTUDIO in BERLIN GLOBAL ist ein Ort für Workshops und Vermittlung, für spontanes Mitmachen und für Kooperationen mit der Stadtgesellschaft. Auf 500 Quadratmetern können sich hier Besucher*innen aller Altersgruppen – auch ohne Voranmeldung – über Berlin in der Welt und die Welt in Berlin austauschen und gemeinsam aktiv werden. Drei eigens dafür entworfene, raumgreifende Installationen prägen das WELTSTUDIO. Die sogenannten Kartographen machen Methoden zum Erstellen von Karten neu und kreativ erfahrbar.
(Text: stadtmuseum.de/ausstellung/berlin-global)
Berlin Global im Humboldt Forum
Schlossplatz
10178 Berlin
Berlinische Galerie
Ausstellung „Käthe Kruse. Jetzt ist alles gut“
Die Künstlerin Käthe Kruse (*1958) ist seit den frühen 1980er Jahren fest in der Berliner Kunstszene verankert. Als Mitglied des berühmten Kollektivs Die Tödliche Doris arbeitete sie von 1982 bis 1987 im Grenzbereich zwischen Performance, Musik, Text, Malerei und Film. Auch in ihren Solo-Projekten behält Kruse das genreübergreifende Arbeiten und den bewussten Dilettantismus bei. Bis heute entwickelt sie raumgreifende Installationen, die unterschiedliche Medien und Ausdrucksformen miteinander verbinden. Kruses Werke sind oft eng mit persönlichen Erfahrungen verbunden, beziehen sich aber auch auf gesamtgesellschaftliche Themen wie häusliche Gewalt, Abtreibung oder Krieg. Die Ausstellung ist die erste umfassende institutionelle Retrospektive in Berlin. (Text: berlinischegalerie.de)
Samstag, 8. März 2025, um 15:00 Uhr
(Eintritt 10/6 Euro, keine Anmeldung zur Führung erforderlich)
Berlinische Galerie
Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur
Alte Jakobstraße 124 – 128
10969 Berlin

Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung
Führung „Stark und verletzlich – Frauen auf der Flucht“
Die Hälfte aller Menschen, die fliehen mussten oder vertrieben werden, sind Frauen und Mädchen. Sie sind auf der Flucht häufig geschlechtsspezifischer Gewalt und Gefahren ausgesetzt: strukturelle Diskriminierung sowie sexueller Missbrauch sind nicht nur Fluchtgrund, sondern auch Realität auf dem Fluchtweg und nach der Ankunft oder im Lager. Gleichzeitig sind es diese Personen, die sich unter schwierigsten Bedingungen um die Kinder und die Familie kümmern. In einer Ausnahmesituation tragen besonders Frauen große Verantwortung und brauchen Widerstandkraft und Mut. In der Führung thematisieren wir die spezifischen Herausforderungen für Frauen und Mädchen auf der Flucht und betrachten Zeugnisse, die von ihren Erfahrungen damals und heute erzählen. Dauer: ca. 90 Minuten (Text: flucht-vertreibung-versoehnung.de)
Sonntag, 9. März 2025
11:30 Uhr (Deutsch)
14:00 Uhr (Englisch)
Teilnahme kostenlos und ohne Anmeldung
Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung
Stresemannstraße 90
10963 Berlin

Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit
Führung „Frauen in der Zwangsarbeit„
Zwangsarbeiterinnen waren neben Rassismus und Diskriminierung auch sexuellen Übergriffen ausgesetzt. Schwangere Frauen traf es besonders hart: Im schlimmsten Fall wurden sie zur Abtreibung gezwungen oder mussten ihr Baby abgeben. Der Rundgang widmet sich auch der künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Thema erzwungener Sexarbeit am Beispiel einer so sogenannten ›Bordell-Baracke‹, die in der Königsheide stand. (Text: ns-zwangsarbeit.de)
Samstag, 15. und 29. März 2025 jeweils 13 Uhr. Dauer 2 h
Treffpunkt: Baracke 2, keine Anmeldung
Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit
Britzer Straße 5
12439 Berlin
Und noch ein Hinweis: Das Dokumentationszentraum NS-Zwangsarbeit zeigt aktuell die Sonderausstellung „MISSING FEMALE STORIES. Künstlerische Spurensuche zur „Bordell-Baracke“ (1943-1945) in der Königsheide. Berlin-Treptow“.
Bis 6. April 2025

Kupferstichkabinett
Führung „Die Blauen Reiterinnen„
Bei der Führung mit der Assistenzkuratorin Claudia Lojack liegt der Fokus auf der Rolle der Frauen im „Blauen Reiter“ und auf den Arbeiten von Künstlerinnen in der Ausstellung. Im Gespräch werden die Bedingungen für Künstlerinnen zu Beginn des 20. Jahrhunderts, das Verhältnis zu ihren männlichen Kollegen und unsere heutige Perspektive thematisiert. (Text: smb.museum)
Samstag, 8. März 2025
11:30 Uhr
Teilnahmegebühr: 6 Euro zzgl. Eintritt
Begrenzte Teilnehmer*innenzahl. Online-Buchung empfohlen.
Die Führung wird am 10. Mai 2025 noch einmal angeboten.
Hamburger Bahnhof
Führung „Queer fiminitisch betrachtet„
Entgegen heteronormativer Lesarten widmet sich dieser Rundgang den diversen queer connections im Hamburger Bahnhof. (Text: smb.museum)
Samstag, 8. März 2025
11:30 Uhr
Kostenfrei mit gültigem Eintrittsticket.
Die Führung wird am 12. April, 10 und 31. Mai noch einmal angeboten.
Gemäldegalerie
Offener Workshop „Jenseits von Venus“
In der Gemäldegalerie finden sich auf den zweiten Blick überraschende Frauenfiguren jenseits von schön und aufopferungsvoll. Entdecken Sie wild feiernde, rachsüchtige, Erbsen essende, hinterlistige, lausende, behaarte und berauschte Frauen!
Unter Anleitung der Künstlerinnen Birgit Bellmann und Regina Stender entstehen im Foyer mit Zeichnung und Collage Ihre persönlichen Frauenfiguren.
(Text: smb.museum)
Samstag, 8. März 2025
13:00 – 16:00 Uhr
Ort: Foyer der Gemäldegalerie
Die Teilnahme am offenen Workshop ist kostenfrei.