250121_Marion_bayer_Architektur_DHM.jpg

Das Ausstellungsprogramm 2025 im Deutschen Historischen Museum

Aktuell präsentiert das Deutschen Historischen Museum (DHM) die Ausstellungen „Was ist Aufklärung? Fragen an das 18. Jahrhundert“ (bis 6. April 2025) und „Roads not Taken. Oder: Es hätte auch anders kommen können” (bis 11. Januar 2026), doch was erwartet Sie noch in diesem Jahr?

Am 23. Mai 2025 eröffnet das DHM im Pei-Bau „Gewalt ausstellen: Erste Ausstellungen zur NS-Besatzung in Europa, 1945-1948”: Auf welche Weise verarbeiteten die Nachkriegsgesellschaften die Erfahrung von Gewalt und Vernichtung, die der Zweite Weltkrieg und die gewaltsame Besetzung weiter Teile Europas durch das nationalsozialistische Deutschland verursacht hatte? Eine bisher übersehene, aber historisch prägende Form der Auseinandersetzung stellten Ausstellungen dar, die unmittelbar nach Kriegsende von 1945 bis 1948 in vielen europäischen Ländern von Institutionen, Gruppierungen und Akteuren ganz unterschiedlicher Herkunft organisiert wurden. Die von Agata Pietrasik kuratierte Schau zeigt erstmals die Geschichte dieses gesamteuropäischen Phänomens anhand früher Ausstellungen in London, Paris, Warschau, Liberec und Bergen-Belsen. Die Ausstellung entsteht in Zusammenarbeit mit der Stabsstelle zur Errichtung des Dokumentationszentrums „Zweiter Weltkrieg und deutsche Besatzungsherrschaft in Europa“ (ZWBE). Ein vom DHM und dem ZWBE konzipiertes Begleitprogramm wird sich vertiefend dem Thema der deutschen Besatzung und Gewaltherrschaft in Europa widmen.

Ab dem 14. November 2025 beschäftigt sich die von Julia Voss kuratierte Ausstellung „Natur und deutsche Geschichte. Glaube – Biologie – Macht“ (AT) mit 900 Jahren deutscher Geschichte: Der Bogen reicht von Hildegard von Bingens Begriff der „viriditas“, der grünen Schöpferkraft, im 12. Jahrhundert bis zur frühen Anti-Atomkraft-Bewegung in Wyhl und den unterschiedlichen Naturkonzepten in beiden Deutschlands im späten 20. Jahrhundert. Die Vereinnahmung des angeblich Natürlichen war zudem eine der ideologischen Grundlagen für die NS-Diktatur, die sowohl die „äußere“ als auch die „innere Natur“ mit einer Unzahl von Gesetzen in ihre Definitionsmacht und Gewalt bringen wollte. Die „Nürnberger Gesetze“ und das „Reichsnaturschutzgesetz“ wurden im gleichen Jahr erlassen: 1935. Mit dem Projekt soll großräumig die sich wandelnde Bedeutung und Begrifflichkeit von „Natur“ in den Blick genommen und als politischer Faktor in der deutschen Geschichte herausgearbeitet werden. Wer definiert, was als Natur gilt? Wer hat Zugriff darauf? Wie verändert sich, was als äußere und innere Natur verstanden wird? Und was passiert, wenn unvorhergesehene Ereignisse eintreten, auf die politische Handlungen erfolgen müssen?

Foto: Maríon Bayer/Museumsverein DHM