65 Jahre Mauerbau – unsere Kulturtipps zum Programm in Berlin
Unsere Empfehlungen aus dem umfangreichen Angebot:
Am 13. August 2026 jährt sich der Beginn des Baus der Berliner Mauer zum 65. Mal. Aus diesem Anlass laden Kulturprojekte Berlin und die Stiftung Berliner Mauer vom 13. bis 16. August zu einem vielfältigen Programm ein. Im Mittelpunkt stehen das Gedenken an die Opfer der deutschen Teilung und die Auseinandersetzung mit der Geschichte der Mauer. Darüber hinaus richtet das Programm den Blick auf aktuelle gesellschaftliche Fragen und thematisiert Grenz- und Teilungsprozesse sowie die Bedeutung von Demokratie und Freiheit in der Gegenwart.
Film & Gespräch im Landesarchiv Berlin
Grenzgeschichten im filmischen Weltdokumentenerbe des Landesarchivs Berlin
Zum Jahrestag zeigt das Landesarchiv bisher unveröffentlichte Filmaufnahme – vom Mauerbau bis zum Mauerfall. Der Historiker Jens Schöne, Archivdirektor Sven Kriese sowie der Autor und Berlin-Experte Michael Bienert ordnen die Filmausschnitte jeweils historisch ein. Bei einer anschließenden gemeinsamen Podiumsdiskussion werden die historischen Filmquellen mit den persönlichen Perspektiven der drei Zeitzeugen verbunden.
Wann?
Freitag, 7. August 2026, 18 – 20 Uhr.
Wo?
Landesarchiv Berlin
Eichborndamm 115-121
13403 Berlin
Veranstaltungssaal
Anmeldung?
Bis 6.8. unter info@landesarchiv.berlin.de

Wann?
Donnerstag, 13. August 2026, 17 Uhr
Wo?
Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen
Genslerstraße 66
13055 Berlin
Anmeldung?
Über den Ticketshop der Gedenkstätte oder an veranstaltungen@stiftung-hsh.de
Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen
Vom Leben mit der Mauer in die Haft der Stasi
Sonderführung mit dem Zeitzeugen Christian König durch die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen
Christian König, 1961 in Ost-Berlin geboren, geriet aufgrund seiner regimekritischen Haltung früh ins Visier der Staatssicherheit. Nachdem mehrere Ausreiseanträge erfolglos geblieben waren, wurde er 1980 nach einer Protestaktion nahe dem Brandenburger Tor verhaftet und im Stasi-Untersuchungsgefängnis Berlin-Hohenschönhausen inhaftiert. Nach seiner Verurteilung und Haft in mehreren Gefängnissen wurde er 1981 von der Bundesrepublik freigekauft.
Während der Führung berichtet Christian König von seinem Leben in der DDR, seinem Widerstand gegen das Regime, seiner Haftzeit und seinen Erfahrungen mit der Staatssicherheit. Der Rundgang führt über das historische Gelände sowie durch originale Zellen und Verhörräume und vermittelt einen authentischen Eindruck vom Haftalltag in der DDR.
Konzert und Ausstellung am Brandenburger Tor
hackedepiciotto – Konzert von Alexander Hacke und Danielle de Picciotto
Vom 13. bis 16. August entsteht am Brandenburger Tor ein temporärer Erinnerungsort, der mit einer Installation und einer Ausstellung dem Bau der Berliner Mauer und deren weitreichenden Folgen gedenkt. Die Ausstellung „Mauerblicke. Berlin 1961–1990“ widmet sich dem Bau der Berliner Mauer und dessen Auswirkungen. Mit Texten und zahlreichen historischen Fotografien gibt sie Einblicke in die Geschichte der Berliner Mauer und die besondere Situation am Brandenburger Tor.
Das Konzert: Seit über 20 Jahren entwickeln und verfeinern Alexander Hacke (ehemals Einstürzende Neubauten) und die Künstlerin, Musikerin und Filmemacherin Danielle de Picciotto (Mitbegründerin der Love Parade) gemeinsam eine symbiotische Arbeitsweise. Ihre künstlerische Intuition und kreative Gleichberechtigung ermöglichen beiden die Freiheit, zu experimentieren und sich weiterzuentwickeln. Das Ergebnis: Eine Mischung aus Industrial-Beats, elektronischen Klängen mit klassischen Harmonien und Melodien, angereichert mit Kehlkopfgesang, Drehleier und gesprochenem Wort.
Musikprogramm am Brandenburger Tor kuratiert von Tobias Schurig
Wann?
Donnerstag, 13. August 2026, 20:30 Uhr
Die Open-Air-Ausstellung ist vom 13.-17.08. zu sehen. Wegen der Rave The Planet Parade ist die Ausstellung am 15. August nicht zugänglich.
Wo?
Am Brandenburger Tor
Anmeldung?
Kostenfrei und ohne Anmeldung

Wann?
Donnerstag, 13. August 2026, 13:00 –16:30 Uhr
Freitag, 14. August 2026, 9:00 –15:00 Uhr
Wo?
Kapelle der Versöhnung
Bernauer Straße 4
10115 Berlin
Anmeldung?
Keine Anmeldung nötig. Kostenfrei.
Stiftung Berliner Mauer
140 Menschen – 140 Namen
Lesung der Kurzbiografien der Todesopfer an der Berliner Mauer
Die Berliner Mauer schnitt in das Herz der Stadt. Sie trennte Straßen und Stadtteile, Familien und Freund*innen. Die Gewalt an der Grenze zerstörte viele Leben. Mindestens 140 Menschen sind von 1961 bis 1989 an der Berliner Mauer zu Tode gekommen. Die Biografien der Todesopfer werden zum diesjährigen Jahrestag des Mauerbaus in der Gedenkstätte Berliner Mauer und am Brandenburger Tor verlesen. Die Veranstaltungsreihe macht die Namen und individuellen Geschichten der Verstorbenen an den Berliner Grenzanlagen sichtbar und hält die Erinnerung an sie wach.
Führungen GeDenkOrt. Charité
Führung durch die Charité: Zwischen Grenzsicherung, DDR-Gesundheitswesen und Infektionskrankheiten
Unmittelbar an der Berliner Mauer gelegen war die Charité das Aushängeschild des DDR-Gesundheitswesens. An ausgesuchten Beispielen spüren wir den Dynamiken von gegenseitiger Wahrnehmung, Austausch, Kooperation und Transfer zwischen den medizinischen und gesundheitspolitischen Akteuren beider deutscher Staaten nach. Schwerpunktmäßig beschäftigen wir uns mit der Bekämpfung der als „grenzüberschreitenden Bedrohung“ wahrgenommenen Infektionskrankheiten wie Polio oder HIV/AIDS im geteilten Berlin.
Wann?
Freitrag, 14. August 2026, 15:30 – 16:30 Uhr
Wo?
Ecke Charitéplatz/Schumannstraße
Anmeldung?
Ohne Anmeldung. Die Führung besucht das Medizinhistorische Museum (Eintritt 10 €/5 €)
Um 17:30 Uhr gibt es zudem eine Führung „Die Charité als Grenzobjekt. Rundgang über das Charité-Gelände zum Thema Bau der Berliner Mauer und dessen Auswirkungen“.

Wann?
Freitag, 14. August 2026, 19:30 – 21:30 Uhr
Wo?
Sonntags-Club
Greifenhagener Straße 28
10437 Berlin
Anmeldung?
Keine Anmeldung nötig. Kostenfrei.
Sonntags-Club
Mauerpogo. Aufbruch, Punk und Widerstand
Eine Lesung von Sonja M. Schultz über Ostpunk, Mut, Freundschaft und den Willen, man selbst zu sein
Basierend auf realen Biografien von ehemaligen Punker*innen aus Karl-Marx-Stadt (Chemnitz), liest Autorin und Performerin Sonja M. Schultz aus ihrem queeren Ostpunk-Roman „Mauerpogo“, der von der unbändigen Energie von Punk, Freiheitswillen und Jugendwiderstand erzählt. 2026 ausgezeichnet mit dem Anna Seghers-Preis.
Eisenwerda, 1982: Jo ist 14, als sie der Punk elektrifiziert und ihr Leben radikal auf den Kopf stellt. Sie färbt sich die Haare knallgrün, gründet eine Band, verliebt sich in Ratte, die rasend schnell Schlagzeug trommelt, und verbringt die Nächte Pogo tanzend im Pressluftschuppen. Endlich tobt Energie durch ein Land, in dem sich sonst nichts bewegt. Das Leben schmeckt nach Sommer, Liebe und rasender Freiheit. Doch von dieser Freiheit fühlen sich die Autoritäten bedroht. Bald gerät Jo ins Visier der Volkspolizei, dann der Stasi – plötzlich ist sie Staatsfeind. Es folgen Schikanen, Verhaftungen, Gewalt.
Stiftung Berliner Mauer
Geisterbahnhöfe im geteilten Berlin
Führung rund um den S-Bahnhof Nordbahnhof
Die Führung durch die Ausstellung im S-Bahnhof Nordbahnhof erinnert an ein besonderes Kapitel der Teilungsgeschichte Berlins. Die Ausstellung erzählt von den stillgelegten und bewachten Bahnhöfen der drei U- und S-Bahn-Linien in Ost-Berlin, durch die die West-Züge langsam und ohne Halt fuhren, von den unterirdischen Fluchtversuchen und den unter der Erde errichteten Grenzanlagen. Die Ausstellung nimmt die Themen der Gedenkstätte – Teilung der Stadt, Fluchtbewegung und das Leben mit den Grenzsperranlagen – am Beispiel des Untergrunds von Berlin auf. Die Führung beinhaltet außerdem die Besichtigung eines seit 1952 verschlossenen Fußgängertunnels.
Wann?
Samstag, 15. August 2026, 14:00 – 15:30 Uhr
Sonntag, 30.August 2026, 13:00 – 14:30 Uhr
Sonntag, 27. September 2026, 13:00 – 14:30 Uhr
Wo?
Besucherzentrum der Gedenkstätte Berliner Mauer
Bernauer Straße 119
13355 Berlin
Anmeldung?
Anmeldung notwendig. Kostenfrei.
Wann?
Sonntag, 16. August 2026, 14:00 – 15:30 Uhr
Wo?
Konrad-Adenauer-Forum Berlin
Behrenstraße 18
10117 Berlin
Anmeldung?
Anmeldung notwendig. Kostenfrei.
Konrad-Adenauer-Forum und Forum Willy Brandt
Zwei Kanzler im geteilten Deutschland
Eine Kombiführung durch das Konrad-Adenauer-Forum und das Forum Willy Brandt Berlin
Das Konrad-Adenauer-Forum und das Forum Willy Brandt Berlin laden zu einer Kombiführung ein, um beide Orte und ihre Dauerausstellungen kennenzulernen.
Die Politik von Konrad Adenauer und Willy Brandt wurde von der Teilung Berlins und Deutschlands stark geprägt. Die Führung blickt auf Unterschiede und Gemeinsamkeiten in den Lebenswegen und politischen Karrieren der beiden ehemaligen deutschen Bundeskanzler. Wie prägte ihre Herkunft ihr politisches Wirken? Wie erlebten sie die Zeit des Nationalsozialismus und die anschließende Gründung der Bundesrepublik? In welchem Verhältnis standen Adenauers Idee der Westintegration und Brandts Vision einer Neuen Ostpolitik?
Die Spuren beider Politiker führen durch die deutsche und europäische Zeitgeschichte mit einem besonderen Fokus auf die Teilungsgeschichte.
Museen Treptow-Köpenick
Treptow und die Berliner Mauer
Geführter Spaziergang entlang der ehemaligen Mauerstrecke in Treptow
Entlang der Bezirksgrenze Treptows zu Neukölln und Kreuzberg verlief mit 17 Kilometern das längste innerstädtische Teilstück der Berliner Mauer. Von den mindestens 140 Menschen, deren Tod in Zusammenhang mit der Berliner Mauer steht, kamen allein in Treptow 23 ums Leben, darunter die drei Kinder Wolfgang Glöde, Lothar Schleusener und Jörg Hartmann. Der Spaziergang führt unter anderem durch die Kiefholzstraße, Heidelberger Straße, Bouchéstraße und Harzer Straße und damit zu Orten an denen Fluchten erfolgreich verliefen oder Fluchtversuche tragisch endeten.
Wann?
30. August 2026, 10:00 – 13:00 Uhr
Wo?
S-Bahnhof Plänterwald
12435 Berlin
Anmeldung?
Anmeldung per Telefon: 030 902973355.
Kostenfrei.

Foto oben: Michael-Reiner Ernst: „Menschen beobachten die Abriegelung durch den Grenzzaun am Lenné Dreieck“, 13.08.1961. Foto: Stiftung Berliner Mauer